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Die Themenwanderung im Bucheggberg
 Start und Zielpunkt der ausgedehnten Waldwanderung
ist der Parkplatz beim Schloss Buchegg in Kyburg-Buchegg. Zuerst
überquert man die Hauptstrasse und wendet sich dann am
Einfamilienhausquartier vorbei zum Waldeingang mit grossen Eichen am
Waldrand. Der Weg führt leicht absteigend zu einer Stelle mit bizarrem
Totholz. Wir verlassen den Wald und treffen auf eine Häusergruppe. Vor
der Scheune gehts Richtung Westen durch das idyllische Mülitäli. Dem
Waldrand folgend, erreichen wir eine Sandsteinhöhle.
Wieder im Freiland geniessen wir die fein strukturierte und gegliederte Heckenlandschaft.
Auf dem Asphaltsträsschen lohnt sich ein kurzer Abstecher zu einem
kleinen, aber feinen Quellaufstoss. Zurück
zum Waldrand stossen wir am Bach auf ein dichtes Röhricht von
Winterschachtelhalm. Wir folgen weiter in westlicher Richtung dem
Waldrand und queren auf halber Strecke den Bach über die schiefe
Holzbrücke. Am gegenüberliegenden Abhang verbirgt sich ein Tunnel, durch
den der Mülibach fliesst. Etwas weiter talaufwärts treffen wir auf einen
Mühlstein unter einer frei stehenden Linde. Mauerreste und eine Tafel
weisen auf die 1393 erbaute und 1909 abgebrannte, so genannte «Chruttmüli»
der Grafen von Buchegg hin. Auf der Verbindungsstrasse lohnt sich ein
Blick zurück zum einst mäandrierenden Mülibach. Etwa 100 Meter dem
Strässchen abwärts folgend, stehen wir bergwärts vor einem
Hainsimsen-Buchenwald. Weiter in westlicher Richtung unterhalb des
Bitzihofes vorbei gelangen wir bei Pkt. 567 zu einem grösseren
Einfamilienhausquartier. Am südlichen Siedlungsrand vorbei, der durch
Zäune klar markiert ist, erreichen wir auf der Anhöhe des Wallisberges
auf 613 m ü. M. die Flächen des Sturmes «Lothar» von 1999. Der Weg führt
durch ein Wohnquartier in Hessigkofen.
Parallel zur Hauptstrasse folgen
wir in südöstlicher Richtung dem Fussweg entlang des Pomaretums, wenden
uns nach 100 Schritten nach rechts und erreichen in südwestlicher
Richtung den Sendeturm bei Pkt. 626. Nach einem Blick in die
landwirtschaftlich geprägte Region und in den Jura treten wir ins
Aspliwäldli und erkennen nebeneinander einen naturfremden und einen
naturnahen Waldbestand . Nach zwei Spitzkehren westlich des Waldes
passieren wir ein Feuchtgebiet in der weiten
Talsenke und erreichen Gächliwil als westlichsten Punkt der Wanderung.
Von dort weiter Richtung Südost finden wir als nächste Besonderheit
einen Buchenbestand mit Heidelbeerteppich . Weiter in östlicher Richtung
erfreut uns ein ausgedehnter Waldmeister-Buchenwald. Am Ostende des
Waldes befindet sich eine, im 18. und 19. Jahrhundert abgebaute, ehemalige Sandsteingrube , die von Süden durch einen Tunnel
erreicht wird. Wir folgen dem geteerten Feldweg in südöstlicher Richtung
bis zur Hauptstrasse am Siedlungsrand von Aetigkofen, wenden uns 100
Schritte auf dem Trottoir nach rechts, um dann weiter Richtung Südosten
zu wandern.
Bei der nächsten Wegkreuzung haben wir – als Variante – die
Möglichkeit, westwärts zur Waldhütte Eggholz mit Grillplatz zu gehen
oder geradeaus die Egg anzupeilen. In nordwestlicher Richtung entlang
der Egg geniessen wir den überwältigenden Blick ins Limpachtal. Weiter
dem Waldrand und der Hangkante folgend, verlassen wir den Wald und
geniessen erneut den weiten Blick über das Limpachtal ins Bernbiet und –
bei guter Sicht – in die Berner Alpen. Bevor der Weg Richtung Aetigkofen
abdreht, wandern wir den Vereinbarungsflächen des Mehrjahresprogrammes
Natur und Landschaft entlang . Kurz darauf verlassen wir die Teerstrasse
und wenden uns ostwärts Richtung «Rüteli». Durch eine hohle Gasse
absteigend, gelangen wir auf einer Waldstrasse in ein Quellgebiet. Nach
der Querung der Hauptstrasse geniessen wir ausgedehnte hallenartige
Buchenbestände und gelangen zu einem Buchen-Tannen-Eichen-Altholz.
Am
Weiler Wolftürli vorbei führt ein Pfad durch eine versteckte Waldpforte
zu einer mächtigen Buche und danach
zu einem grossflächigen Buchen-Hallenwald. Kurz nach der Jagdhütte kann
ein für die Region sehr spezieller geologischer Aufschluss bewundert
werden. Weiter auf Waldwegen gelangen wir schliesslich zu grösseren
Waldlücken aus «Lothars Zeit». In der Region Altschloss treffen wir auf
einen gleichförmigen jungen Waldbestand. Gleich daneben, quasi als
Kontrapunkt dazu, ist ein strukturierter Bestand zu sehen. Weiter dem
Erdweg folgend, erreichen wir eine grosse, mächtige Eiche . Schliesslich
verlassen wir den Wald und geniessen beim «Öfeli» noch einmal den weiten
Blick über die Kulturlandschaft des Limpachtals. Dem Waldweg folgend,
gelangen wir bei der Westspitze des «Chibberghölzli» auf einen mit
Holzschnitzeln ausgelegten Pfad, der uns zurück zum Schlossparkplatz
bringt. |
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Die Highlights unterwegs
Der Bucheggberg hebt sich sanft von den Ebenen des
Mittellandes ab. Die lieblich geschwungene, hügelige Kulturlandschaft
mit ihrem Mosaik von Wald und Feld, von kompakten Bauerndörfern, Hecken
und Feldgehölzen ist ein idyllischer Flecken Erde zum Wohnen, aber auch
zur Erholung auf ausgedehnten Wanderungen. In den Wäldern erinnern
Buchenbestände daran, dass der Name Bucheggberg vielleicht von dieser
Baumart abgeleitet ist. Die grosskronigen Buchen unterstreichen mit
ihren silbergrauen Borken und den rostroten Knospen an den
feingliedrigen Ästen die zarten Formen dieser Bucheggberger Landschaft.
Der Ausblick zum Jura und zu den Berner Alpen rundet die stimmige
Landschaft ab. |
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Ruhige
Kulturlandschaft
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Keine Kunstbauten
irritieren den Blick auf dieses schöne Stück Natur. Und doch ist es eine
durch den Menschen geprägte Kulturlandschaft. In Urzeiten gab es hier
weder Wiese, Weg noch Steg. Ahorne, Eschen, Erlen, Ulmen und Weiden
haben das Mülitäli bestockt. Im Mittelland existieren nur noch wenige
solcher fast unverbauter Bachläufe. Die absolute Ruhe in diesem
abgeschiedenen Tälchen wird nur durch das leise Rauschen des Mülibaches
durchbrochen. Der mit Schwarzerlen und Weiden gesäumte natürliche
Bachlauf schlängelt sich Richtung Nordosten der Emme entgegen. |
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Der
vergrabene Bach
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Weshalb der Mülibach durch
einen Tunnel geleitet wurde, kann heute an der Umgebung nicht mehr
abgelesen werden. Er stand mit den darunter liegenden Wässermatten in
Beziehung. Der Zweck dieses Bachtunnels muss einen grossen körperlichen
und finanziellen Aufwand gerechtfertigt haben. Die Wiesen unterhalb des
Tunnels wurden noch bis in die 60er-Jahre durch periodische Einleitung
des Bachwassers bewässert, was zu mehr Ertrag geführt hat. |
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Hart und
weich
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Die weichen und harten
Sandsteinschichten der Molasse wurden über die Jahrtausende durch Wind
und Frostsprengung unterschiedlich stark erodiert. Diese spiralig
geformte Höhle erinnert an eine überdimensionierte Schnecke aus der Zeit
der Dinosaurier. Solche Höhlen strahlen etwas Geheimnisvolles aus und
wecken in uns Menschen unmittelbar den Forscherdrang. |
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Buchenwald
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Die Buche ist die
wichtigste Baumart in den Wäldern des Mittellandes – ohne menschlichen
Einfluss hätten wir bei uns vorwiegend Buchenwälder. Die Buche erträgt
viel Schatten und macht selbst viel Schatten. Dieser wird von vielen
anderen Baumarten gemieden. Die Buchen sind nach der letzten Eiszeit vor
ca. 6 000 Jahren aus dem Süden eingewandert. Bedingt durch den
Klimawandel werden sie sich vielleicht schon in 50 Jahren aus dieser
Gegend in kühlere Bergtäler zurückziehen. Welche Baumarten danach hier
bestimmend sein werden, ist ungewiss. Die Rottanne wird jedenfalls noch
vor der Buche aus unserer Landschaft verschwinden. |
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Sandsteinbruch
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Vor über 25 Millionen
Jahren wurde in einem Süsswassermeer der Sand dieses Steinbruchs
angeschwemmt und abgelagert. Der Blick auf den Grund der Grube richtet
sich also unvorstellbar weit zurück in jene Zeit, als die Alpen und der
Jura aufgefaltet wurden. Durch Einlagerung von Mineralien wie z.B Kalk
wurde der Sand zu Sandstein verkittet. Der harte Sandstein wurde für
Mühlsteine, als Baumaterial und für Ofenplatten verwendet. Seit 1890 ist
die Grube stillgelegt. |
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Waldstrukturen – Ideologien
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Hier stossen zwei
Waldnutzungsarten, zwei Bewirtschaftungsideologien aufeinander. Der eine
Bestand besteht aus gleichaltrigen Rottannen, alle etwa gleich dick und
gleich hoch. Sie werden dereinst alle miteinander erntereif. Diese
Waldstruktur entsteht durch flächigen Hieb und flächige Pflanzung. Der
angrenzende Bestand besteht aus Rottannen, Weisstannen, Buchen und
Eichen. Die Bäume sind weder gleich alt, noch gleich dick, noch gleich
hoch. Das Augenmerk des Försters richtet sich auf jeden einzelnen Baum.
Die besten werden gefördert und bei Erreichen ihrer wirtschaftlichen
Erntereife einzelstammweise geerntet. Der frei werdende Raum wird ohne
Zutun des Försters durch natürlich angesamte Bäume wieder ausgefüllt. |
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